Ewige Profess

Diese Phase der zeitlichen Gelübde wird mit der Zulassung zur ewigen Profess beendet. Die Schwester bekommt eine ausreichende Zeit der Vorbereitung, um sich noch einmal zu prüfen, ob dieser Weg sie zu innerer Freude und Lebendigkeit führt. Durch die Feier der ewigen Profess wird die Schwester endgültig von Seiten der Kongregation in die Gemeinschaft aufgenommen.
Das Terziat, das letzte Ausbildungsjahr, kann vor oder nach der ewigen Profess gemacht werden. Es ist eine letzte Ausbildungsetappe, die dazu dient, zu einer inneren Einheit von geistlichem Leben und Sendung zu gelangen. Es soll der Schwester ermöglichen, „ihre Verbundenheit mit Jesus Christus zu vertiefen und ihren kontemplativen Blick zu entfalten, der Gottes Gegenwart und sein Wirken mitten in unserer Welt heute erkennt.“ (Art. 137 der Konstitutionen). Zu dieser Zeit des Terziates gehört noch einmal die Erfahrung der 30-tägigen Exerzitien.
Die rechtliche Gelübdeformel ist sehr kurz und nüchtern (Name der Schwester… Aufzählung
der evangelischen Räte… Dauer des Engagements… In Gegenwart der Provinzoberin… bzw. bei ewigen Gelübden: in Gegenwart der Generaloberin oder ihrer Delegierten). Aber Anfang und Ende des Versprechens können von der Schwester frei formuliert werden. Und diese persönlichen Formulierungen sind immer sehr berührend, weil sie etwas von der tiefsten Sehnsucht und Liebe eines Menschen zum Ausdruck bringen.
Hingeworfen auf diese Erde,
überlagert, der Kontakt zu Dir
oft unterbrochen
von Glimmer und Glitzer
von Lichtgeflacker
von Smalltalk und Nichtigkeiten
von Computerproblemen
von mähendem Rasen
und Urlaubsplänen
und billigem Scheinglück.
Dort ist nicht mein Platz.
DU betrügst nicht mit Schein und Glimmer
DU bist echt und
lässt mich echt sein,
echt bei DIR,
wo alles Unrechte vergeht.
Himmelweh auf Erden,
in mir
einen Spaltbreit
Himmel
anbrechen sehen und
DICH spüren. – Sr. Maria
Als ich mich vor 8 Jahren auf den Weg machte,
Deinem Ruf zu folgen, wusste ich nicht so
genau, wohin mich der Weg führt. Aber die
Sehnsucht nach dem Leben in Fülle und Dein
Werben und Einladen ließen mich voller Freude
aufbrechen. Heute weiß ich, dass der Weg mit
Dir in die Weite führt, selbst wenn es Mühe und
Anstrengung kostet. Aber ich habe auch
erfahren, dass Deine Liebe stärker ist als alle
Dunkelheit. Mit der Mutter Jesu, die der
Verheißung glaubte, dass für Dich nichts
unmöglich ist, wage auch ich mich hinaus mit
der Hoffnung auf das Leben, mit dem Wissen,
dass Du größer bist als alles, was uns bedrängt,
Du, Gott des Lebens. – Sr. Angelika
Ich merkte, ich komme aus der Nummer nicht raus.
Du ziehst mich hinein in deine Zuwendung zu dieser Welt, deine Menschwerdung, die du bis zum Äußersten durch-lebt hast, du allein. In meiner Schwäche, in allem Versagen, im Tod – bleibst du bei deiner einen Bewegung: die Würde jedes Einzelnen wiederherzustellen, den Glanz und die Güte in uns.Ich möchte Teil dieser Bewegung sein, Teil all derer, die sich mit Dir den Menschen und dieser Welt wieder und weiter zuwenden. „Lieben, Lieben, Lieben“ – als wäre es das Leichteste der Welt.
Das kann ich nicht, nicht allein.
Ich habe dazu Gefährtinnen gefunden,
eine Form und Struktur, in die ich scheinbar hineinpasse.Lerne auf-zu-hören und aufeinander zu hören,
lerne Behutsamkeit im Umgang mit all den einkaufbaren Sicherheiten, verlerne Besitz,
lerne die Leerstelle kennen, die bleibt – und dich, unverfügbar, darin.
All das erleichtert mich – auf eine dann doch eher komplizierte Art.
All das schenkt mir Leben. – Sr. Elisabeth
Es war einmal ein Königreich, sehr klein und
unbedeutend, bis dort ein großer Diamant
gefunden wurde, den alle bewunderten. Nach
Jahren bekam der Stein einen riss, der dem
König großen Kummer bereitete. Keiner der
herbeigerufenen Goldschmiede konnte helfen,
bis ein fahrender Händler kam, der den Stein
nach eineigen Tagen dem König verschönert
zurückbrachte: Der Mann hatte eine Rose
eingeritzt, als Stiel diente der Riss. – Sr. Maria




