In die Freiheit hinein lieben.

EuropÀisches Ausbildungstreffen zum Thema Ehelosigkeit und Keuschheit.

Vom 20. bis 27. August 2023 fand in der NÀhe von Marseille, Frankreich, das europÀische Treffen der Schwestern in Ausbildung (Jeunes Professes) statt. Marie und Laure aus Frankreich, Ilaria aus Italien und Melanie und Elisabeth aus Deutschland nahmen daran teil und wurden von Piroska (RumÀnien) und Enrika (Italien) begleitet.

Wir setzten dabei unsere Arbeit zum Thema Ehelosigkeit und Keuschheit fort. Diesen eher sperrigen Begriffen nÀherten wir durch Zeichnen, Theater spielen, Gebet und Austausch. Besonders wertvoll war ein langes SkypegesprÀch mit u Laurence aus Ruanda, die zum Thema JungfrÀulichkeit und innerer Leere promovierte.

Wie lebe ich diese Leere?
Wie bleibe ich frei in meinen Beziehungen – und lasse ich den anderen, die andere, ganz frei in der Beziehung mit mir? Welchen Platz haben Freund:innen im Gemeinschaftsleben?

Diese Fragen trieben uns in der Hitze von Marseille um. Ausgestattet mit einer ĂŒberdimensionierten Wassermelone und einem Feigenbaum im Hof genossen wir jedoch vor allem die gemeinsame Zeit – und die Freundschaft und Freiheit zwischen uns.

In der Mitte der Woche versuchten wir uns daran, das Prinzip und Fundament, das Ignatius von Loyola an den Beginn seiner Geistlichen Übungen stellt, in die TragfĂ€higkeit von Keuschheit hinein zu ĂŒbersetzen. Mit folgenden Ergebnissen:

Der Mensch ist von Gott geschaffen, um in Beziehung zu leben. Nimmt er dieses Geschaffen sein an, lernt er seinen Wunsch nach Allmacht aufzugeben, ebenso wie das Bild eines Gottes oder etwas anderem Geschaffenem, das ihn ganz erfĂŒllen könne. Sein je Anders-sein erlaubt ihm, die innere Leere als einen Raum zu betrachten, den er schĂŒtzt, um darin die Differenz aufzunehmen, die ihn bereichert und in der Wahrheit wachsen lĂ€sst.
Er sucht danach, im Alltag den anderen und sich selbst in die je grĂ¶ĂŸtmögliche Freiheit hinein zu lieben. Alle Dinge sind auf diese Liebe hin geordnet, die nicht unterwirft, nicht besitzt, nicht verschmilzt, sondern Gott zu je grĂ¶ĂŸeren Ehre reicht.
(Laure, Ilaria und Melanie)

Durch die Erfahrung in einer Beziehung zu Gott begrĂŒndet, geschaffen und geliebt zu sein, in der Gott immer der ganz Andere bleibt, kann ich mich zum Anderen aufmachen, das Anders-Sein respektieren und lernen, Beziehungen zu leben, die befreien und nicht verfĂŒhren. (Marie und Elisabeth)


 
Mehr zur Ausbildungszeit bei den Helferinnen gibt es hier.